Der Krankenstand in der Pflege bleibt 2026 ein besonders wichtiges Thema. Pflegekräfte sind nicht nur einem hohen körperlichen Arbeitspensum ausgesetzt, sondern müssen auch mit Schichtarbeit, Zeitdruck, emotional belastenden Situationen und einem anhaltenden Personalmangel umgehen. Aktuelle Zahlen der Techniker Krankenkasse (TK) zeigen, dass Beschäftigte in der Pflege deutlich häufiger krankheitsbedingt ausfallen als der Durchschnitt aller Berufstätigen. Die Techniker
Krankenstand in der Pflege 2026: Die wichtigsten Zahlen
Für die aktuelle Betrachtung stehen insbesondere die Fehlzeiten des Jahres 2025 zur Verfügung, die 2026 veröffentlicht wurden. Danach waren Pflegekräfte bei der TK im Durchschnitt 27,8 Tage krankgeschrieben. Damit lagen sie rund zehn Tage über dem Durchschnitt aller Berufstätigen mit 17,7 Fehltagen. Die Techniker
Noch höher war der Krankenstand in der Altenpflege. Altenpflegekräfte kamen 2025 durchschnittlich auf 32,7 krankheitsbedingte Fehltage. Beschäftigte in der Krankenpflege erreichten dagegen 25,8 Tage.
Krankenstand Pflege Statistik 2026
| Kennzahl | Fehltage 2025 |
|---|---|
| Altenpflege | 32,7 Tage |
| Krankenpflege | 25,8 Tage |
| Pflege insgesamt | 27,8 Tage |
| Alle Berufstätigen | 17,7 Tage |
| Differenz Altenpflege zum Durchschnitt | +15,0 Tage |
| Differenz Pflege insgesamt zum Durchschnitt | +10,1 Tage |
Quelle: Techniker Krankenkasse, Gesundheitsdaten 2025. Die Techniker
Die Zahlen verdeutlichen, dass insbesondere die Altenpflege eine überdurchschnittlich hohe Belastung aufweist.
Altenpflege hat besonders viele Fehltage
Die 32,7 Fehltage pro Beschäftigtem in der Altenpflege sind ein auffälliger Wert. Rein rechnerisch entspricht dies mehr als sechs Arbeitswochen, wenn man eine Fünf-Tage-Woche zugrunde legt. Dabei handelt es sich um krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeitstage und nicht um Urlaub oder andere Abwesenheiten.
Die Belastung ist für Pflegeeinrichtungen besonders problematisch, weil ein krankheitsbedingter Ausfall nicht einfach durch eine Verschiebung von Aufgaben kompensiert werden kann. Pflegeleistungen müssen weiterhin erbracht werden. Bei ohnehin knapper Personaldecke können zusätzliche Krankheitsausfälle deshalb wiederum zu Mehrarbeit und Belastungen für die verbleibenden Beschäftigten führen.
Damit besteht das Risiko eines Kreislaufs aus Personalmangel, höherer Arbeitsbelastung, weiteren Erkrankungen und zusätzlichen Ausfällen.
Krankenstand Pflege im Vergleich zu anderen Branchen
Auch der allgemeine Branchenvergleich zeigt die besondere Situation. Nach der DAK-Krankenstandsanalyse für 2025 hatte das Gesundheitswesen mit 6,2 Prozent den höchsten Krankenstand aller untersuchten Branchen. Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeheimen kamen durchschnittlich auf 22,5 Fehltage pro Jahr. DAK Gesundheit
Die Werte der DAK und TK sind nicht unmittelbar identisch miteinander vergleichbar, weil die Krankenkassen unterschiedliche Versichertenkollektive und teilweise unterschiedliche Berufsabgrenzungen verwenden. Beide Datenquellen zeigen jedoch dieselbe Richtung: Beschäftigte im Pflege- und Gesundheitsbereich haben überdurchschnittlich viele krankheitsbedingte Fehlzeiten.
Entwicklung des Krankenstands 2025 und 2026
Trotz der hohen Werte ist nicht überall ein weiterer Anstieg zu beobachten. Bei den TK-versicherten Pflegekräften ging der Krankenstand 2025 bereits das zweite Jahr in Folge leicht zurück. Das Niveau blieb allerdings deutlich höher als bei anderen Berufsgruppen. Die Techniker
Auch der allgemeine Krankenstand entwickelte sich 2025 leicht rückläufig. Bei der TK lag er bei 5,08 Prozent, nachdem 2024 noch 5,23 Prozent erreicht worden waren. Das entspricht durchschnittlich 18,5 Fehltagen pro versicherter Erwerbsperson. Die Techniker
Für 2026 zeigen die bislang verfügbaren Daten ebenfalls keinen generellen explosionsartigen Anstieg. Die DAK meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Krankenstand von 5,3 Prozent in der Gesamtwirtschaft. Gleichzeitig stiegen die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen um 9 Prozent. DAK Gesundheit
Welche Krankheiten verursachen die meisten Fehltage?
Zu den wichtigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit gehören Atemwegserkrankungen, psychische Erkrankungen sowie Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems.
Gerade in der Pflege spielen Muskel-Skelett-Erkrankungen eine wichtige Rolle. Pflegekräfte müssen regelmäßig Menschen mobilisieren, umlagern oder bei alltäglichen Tätigkeiten unterstützen. Dadurch können Rücken, Gelenke und Muskulatur erheblich beansprucht werden.
Hinzu kommen psychische Belastungen. Zeitdruck, Schichtarbeit, Verantwortung für pflegebedürftige Menschen, Sterbebegleitung und die emotionale Belastung durch schwierige Situationen können sich langfristig auf die Gesundheit auswirken.
Die allgemeine Krankenstandsstatistik der DAK für 2025 zeigt, dass psychische Erkrankungen einen zunehmenden Anteil der Fehlzeiten verursachten. Die psychisch bedingten Fehltage stiegen gegenüber dem Vorjahr um 6,9 Prozent. DAK Gesundheit
Personalmangel und Krankenstand verstärken sich gegenseitig
Der hohe Krankenstand trifft auf einen ohnehin angespannten Arbeitsmarkt. Die Bundesagentur für Arbeit weist für Pflegefachkräfte weiterhin eine sehr niedrige berufsspezifische Arbeitslosenquote von 1,1 Prozent aus. Gleichzeitig betrug die mittlere Vakanzzeit für Pflegeberufe 2025 85 Tage. Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Für Pflegeeinrichtungen bedeutet dies: Wenn eine Pflegekraft krankheitsbedingt ausfällt, steht häufig nicht kurzfristig eine zusätzliche Fachkraft zur Verfügung.
Besonders problematisch ist dies bei kleineren Einrichtungen und bei Schichtsystemen. Bereits der Ausfall einzelner Mitarbeiter kann dazu führen, dass Dienstpläne verändert, Überstunden angeordnet oder Zeitarbeitskräfte eingesetzt werden müssen.
Pflegekräfte besonders von körperlicher Belastung betroffen
Die Arbeit in der Altenpflege unterscheidet sich in mehreren Punkten von klassischen Bürotätigkeiten. Pflegekräfte verbringen einen großen Teil ihres Arbeitstages im Stehen oder Gehen und übernehmen regelmäßig körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten.
Dazu kommen unregelmäßige Arbeitszeiten. Früh-, Spät- und Nachtdienste können den Schlafrhythmus beeinflussen. Wochenend- und Feiertagsarbeit erschweren außerdem die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
Die Kombination dieser Faktoren kann dazu beitragen, dass Beschäftigte langfristig gesundheitlich stärker belastet werden.
Ausländische Pflegekräfte gewinnen an Bedeutung
Der Fachkräftemangel verschärft die Situation zusätzlich. Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit waren 2025 rund 1,76 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Pflegeberufen tätig. Etwa 20 Prozent hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit. In der ambulanten und stationären Pflege lag der Anteil sogar bei rund 24 Prozent. Bundesagentur für Arbeit
Damit ist die deutsche Pflege zunehmend auf internationale Arbeitskräfte angewiesen. Gleichzeitig muss verhindert werden, dass neue Beschäftigte aufgrund ungünstiger Arbeitsbedingungen selbst schnell wieder aus dem Beruf ausscheiden.
Was kann gegen den hohen Krankenstand in der Pflege getan werden?
Ein nachhaltiger Abbau der Fehlzeiten dürfte nicht allein durch individuelle Gesundheitsangebote erreicht werden. Entscheidend sind auch die Arbeitsbedingungen.
Zu den möglichen Maßnahmen gehören:
- bessere Personalschlüssel und verlässliche Dienstpläne
- ergonomische Hilfsmittel und technische Unterstützung
- konsequenter Arbeits- und Gesundheitsschutz
- bessere Möglichkeiten für Pausen und Erholung
- Maßnahmen gegen Überstunden und dauerhafte Überlastung
- bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie
- Angebote zur psychischen Gesundheitsprävention
- bessere Führung und Kommunikation
- altersgerechte Arbeitsplätze
- Möglichkeiten für Weiterbildung und berufliche Entwicklung
Gerade angesichts der alternden Belegschaft gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Pflegekräfte möglichst lange gesund im Beruf bleiben können.
Krankenstand Pflege Statistik 2026: Prognose
Die hohe Zahl der Fehltage ist nicht isoliert vom Fachkräftemangel zu betrachten. Pflegeberufe weisen bereits heute einen erheblichen Engpass auf. Gleichzeitig steigt langfristig der Bedarf an Pflegeleistungen.
Die Bundesagentur für Arbeit meldete 2026, dass die Zahl der Pflegebeschäftigten zwar weiter wächst, das Beschäftigungswachstum seit 2022 jedoch ausschließlich durch ausländische Beschäftigte getragen wird. Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Damit wird der Krankenstand zu einem wichtigen Faktor für die zukünftige Personalplanung. Je höher die durchschnittlichen Fehlzeiten sind, desto mehr Beschäftigte werden benötigt, um eine bestimmte Menge an Pflegeleistungen zuverlässig abzudecken.
Fazit
Die Krankenstand-Pflege-Statistik 2026 zeigt eine weiterhin angespannte Situation. Besonders auffällig sind die 32,7 durchschnittlichen Fehltage in der Altenpflege im Jahr 2025. Pflegekräfte insgesamt kamen bei der TK auf 27,8 Tage und lagen damit rund zehn Tage über dem Durchschnitt aller Berufstätigen. Die Techniker
Zwar ist der Krankenstand in der Pflege zuletzt leicht zurückgegangen, das Niveau bleibt jedoch hoch. Körperliche Belastungen, psychischer Stress, Schichtarbeit und der bestehende Fachkräftemangel bilden eine problematische Kombination.
Für Pflegeheime und ambulante Pflegedienste wird deshalb das betriebliche Gesundheitsmanagement immer wichtiger. Wer den Krankenstand nachhaltig reduzieren möchte, muss nicht nur die Gesundheit der einzelnen Mitarbeiter fördern, sondern vor allem die strukturellen Arbeitsbedingungen verbessern.