Fachkräftemangel Altenpflege Statistik 2026: Zahlen, Entwicklung und Prognose

Der Fachkräftemangel in der Altenpflege bleibt 2026 eines der zentralen Probleme des deutschen Arbeitsmarktes. Pflegeheime, ambulante Pflegedienste und andere Einrichtungen suchen weiterhin qualifiziertes Personal, während gleichzeitig die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt. Die aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass Pflegeberufe weiterhin zu den besonders stark von Fachkräfteengpässen betroffenen Berufsgruppen gehören. Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Altenpflege 2026: Wie groß ist der Fachkräftemangel?

Die Bundesagentur für Arbeit bestätigt auch 2026 einen anhaltenden erheblichen Fachkräftemangel in den Pflegeberufen. Dabei werden sowohl examinierte Pflegefachkräfte als auch Pflegeassistenzkräfte betrachtet. Besonders deutlich wird die Situation bei der Besetzung offener Fachkraftstellen: Deutschlandweit kamen 2025 auf 100 gemeldete Stellen für Pflegefachkräfte lediglich 57 arbeitslose Pflegefachkräfte. Bundesagentur für Arbeit

Für die zusammengefassten Pflegeberufe weist der Fachkräfteradar der Bundesagentur für Arbeit für 2025 eine mittlere Vakanzzeit von 85 Tagen aus. Gleichzeitig kamen auf eine gemeldete Stelle rechnerisch nur 1,3 Arbeitsuchende. Die berufsspezifische Arbeitslosenquote lag bei lediglich 1,1 Prozent. Diese Werte sind typische Indikatoren für einen angespannten Arbeitsmarkt. Arbeitsmarktmonitor

Fachkräftemangel Altenpflege Statistik 2026

Kennzahl Aktueller Wert
Vakanzzeit Pflegeberufe 2025 85 Tage
Arbeitsuchenden-Stellen-Relation 1,3
Berufsspezifische Arbeitslosenquote 1,1 %
Pflegekräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt 2025 rund 1,8 Mio.
Anteil ausländischer Staatsangehöriger 2025 20 %
Teilzeitanteil Pflegeberufe knapp 50 %
Gemeldete Stellen für Pflegekräfte 2025 rund 31.000

Quelle: Bundesagentur für Arbeit. Die zusammengefassten Pflegeberufe umfassen unter anderem Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Pflegeassistenz. Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Warum fehlen Pflegefachkräfte?

Der Fachkräftemangel in der Altenpflege hat mehrere Ursachen. Eine wichtige Rolle spielt die demografische Entwicklung. Die geburtenstarken Jahrgänge erreichen zunehmend das Rentenalter. Gleichzeitig steigt die Zahl der Menschen, die im höheren Lebensalter auf Unterstützung und Pflege angewiesen sind.

Damit entsteht ein doppelter Effekt: Einerseits verlassen erfahrene Beschäftigte den Arbeitsmarkt, andererseits wächst der Bedarf an Pflegeleistungen.

Das Statistische Bundesamt prognostiziert in seiner Pflegekräftevorausberechnung einen deutlichen zusätzlichen Personalbedarf. In der sogenannten Trend-Variante könnten bereits in zehn Jahren rund 90.000 Pflegekräfte fehlen. Bis 2049 könnte sich die Lücke auf etwa 280.000 Pflegekräfte erhöhen. In einer Status-quo-Variante fällt der rechnerische Engpass sogar wesentlich größer aus. Destatis

Besonders betroffen: Pflegeheime und ambulante Pflege

Der steigende Personalbedarf verteilt sich nicht gleichmäßig auf alle Bereiche. Nach der Vorausberechnung von Destatis steigt der Bedarf bei Pflege-, Alten- und Behindertenheimen bis 2049 gegenüber 2019 um rund 39 Prozent. Das entspricht ungefähr 240.000 zusätzlichen Pflegekräften.

Bei den ambulanten Pflege- und Betreuungsdiensten wird sogar ein Anstieg des Bedarfs um rund 60 Prozent erwartet. Dort wären gegenüber 2019 etwa 180.000 zusätzliche Pflegekräfte erforderlich. Destatis

Gerade für die Altenpflege ist diese Entwicklung relevant, weil ältere Menschen einen zunehmenden Anteil der Pflegebedürftigen ausmachen und gleichzeitig viele Pflegekräfte selbst zur älteren Beschäftigtengruppe gehören.

Ausbildung in der Pflege nimmt zu

Eine positive Entwicklung gibt es bei den Ausbildungszahlen. 2025 schlossen rund 63.900 Menschen einen neuen Ausbildungsvertrag zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann ab. Damit stieg die Zahl der Ausbildungsanfänger bereits im dritten Jahr hintereinander.

Zum Jahresende 2025 befanden sich knapp 157.200 Personen in einer Pflegeausbildung. Gegenüber dem Vorjahr entsprach dies einem Plus von 7 Prozent. Destatis

Die steigenden Ausbildungszahlen können den Fachkräftemangel langfristig abmildern. Kurzfristig lösen sie das Problem jedoch nicht, da zwischen Ausbildungsbeginn und dem vollständigen Eintritt als Pflegefachkraft mehrere Jahre liegen.

Ausländische Pflegekräfte werden immer wichtiger

Ein weiterer Faktor ist die zunehmende Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit lag der Anteil der Pflegekräfte mit ausländischer Staatsangehörigkeit 2025 bereits bei 20 Prozent. Seit 2022 wird das Beschäftigungswachstum in den Pflegeberufen ausschließlich durch ausländische Beschäftigte getragen. Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Die Entwicklung zeigt, dass die deutsche Altenpflege bereits heute stark auf internationale Fachkräfte angewiesen ist. Angesichts der demografischen Entwicklung dürfte die Bedeutung der Fachkräftezuwanderung weiter zunehmen.

Teilzeit als Herausforderung

Eine Besonderheit der Altenpflege ist der hohe Teilzeitanteil. Nach Angaben von Destatis lag der Teilzeitanteil 2025 in der Altenpflege bei etwa 45 Prozent. In der Gesundheits- und Krankenpflege waren es rund 38 Prozent. Zum Vergleich: Über alle Erwerbstätigen hinweg lag der Anteil bei knapp 30 Prozent. Destatis

Für Pflegeeinrichtungen bedeutet dies, dass die Zahl der Beschäftigten nicht automatisch mit dem tatsächlich verfügbaren Arbeitsvolumen gleichzusetzen ist. Eine höhere Beschäftigtenzahl kann deshalb weiterhin mit einem erheblichen Mangel an verfügbaren Arbeitsstunden einhergehen.

Als Gründe für die hohe Teilzeitquote nennt Destatis unter anderem die besondere Arbeitsbelastung im Pflegebereich. Eine einfache Ausweitung der Arbeitszeit vorhandener Beschäftigter ist deshalb nicht uneingeschränkt möglich. Destatis

Gehälter in der Altenpflege steigen

Der Fachkräftemangel zeigt sich auch bei den Einkommen. Vollzeitbeschäftigte Fachkräfte in der Altenpflege verdienten im April 2025 durchschnittlich 4.398 Euro brutto im Monat. Damit lag das mittlere Entgelt rund 270 Euro über dem Durchschnitt aller Vollzeitbeschäftigten mit anerkannter Berufsausbildung von 4.125 Euro. Destatis

Höhere Gehälter können die Attraktivität des Berufsfeldes verbessern. Sie lösen allerdings nicht automatisch Probleme wie hohe Arbeitsbelastung, Schichtarbeit, Personalknappheit und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Prognose: Altenpflege bleibt Mangelberuf

Für 2026 lässt sich daher ein klares Bild zeichnen: Die Altenpflege gehört weiterhin zu den Bereichen mit ausgeprägtem Fachkräfteengpass. Die Bundesagentur für Arbeit führt Pflegeberufe weiterhin als besonders stark nachgefragten Bereich. Insgesamt identifizierte die Fachkräfteengpassanalyse 2025 bundesweit 157 Engpassberufe; Pflegeberufe gehören dabei zu den wichtigsten Engpassfeldern. Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Langfristig dürfte sich der Bedarf weiter erhöhen. Steigende Pflegebedürftigkeit trifft auf eine alternde Erwerbsbevölkerung. Gleichzeitig scheiden in den kommenden Jahren viele erfahrene Pflegekräfte aus dem Berufsleben aus.

Fazit zur Fachkräftemangel-Statistik Altenpflege 2026

Die Statistik zum Fachkräftemangel in der Altenpflege zeigt 2026 eine anhaltend angespannte Situation. Eine sehr niedrige Arbeitslosenquote, lange Vakanzzeiten und eine geringe Zahl verfügbarer Fachkräfte pro ausgeschriebener Stelle sprechen für einen strukturellen Engpass.

Gleichzeitig gibt es positive Entwicklungen: Die Zahl der Pflegeausbildungen steigt, die Einkommen haben sich verbessert und internationale Pflegekräfte gewinnen zunehmend an Bedeutung. Trotzdem dürfte der Personalbedarf in den kommenden Jahrzehnten deutlich schneller wachsen als das verfügbare Arbeitskräfteangebot.

Damit bleibt die Gewinnung und langfristige Bindung von Pflegefachkräften eine der wichtigsten Aufgaben für Pflegeheime, ambulante Pflegedienste und die Gesundheitspolitik.

Quellen und weiterführende Informationen

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