Pflegebedürftige Statistik Tabelle: Anzahl Pflegebedürftige nach Pflegegraden & Geschlecht 2026

Wie viele Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig? Wie verteilen sich die Pflegebedürftigen auf die einzelnen Pflegegrade und wie hoch ist der Anteil von Frauen und Männern? Diese Fragen sind angesichts des demografischen Wandels und des steigenden Pflegebedarfs besonders relevant.

Für das Jahr 2026 ist dabei wichtig, zwischen dem Veröffentlichungsjahr und dem Statistikjahr zu unterscheiden: Die aktuell verfügbare vollständige Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes (Destatis) bezieht sich auf den Stichtag 31. Dezember 2023. Die Pflegestatistik wird grundsätzlich im Abstand von zwei Jahren erhoben. Ende 2023 gab es in Deutschland insgesamt 5.688.473 Pflegebedürftige. (Statistisches Bundesamt)

Pflegebedürftige in Deutschland nach Pflegegrad 2023

Die folgende Tabelle zeigt die Zahl der Pflegebedürftigen nach Pflegegrad zum Jahresende 2023:

Pflegegrad Anzahl Pflegebedürftige Anteil an allen Pflegebedürftigen
Pflegegrad 1 785.822 13,8 %
Pflegegrad 2 2.300.753 40,4 %
Pflegegrad 3 1.686.286 29,6 %
Pflegegrad 4 669.263 11,8 %
Pflegegrad 5 244.252 4,3 %
Bisher ohne Zuordnung 2.097 0,0 %
Insgesamt 5.688.473 100 %

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik 2023. (Statistisches Bundesamt)

Damit entfiel der größte Anteil auf Pflegegrad 2. Rund 2,30 Millionen Menschen waren Ende 2023 diesem Pflegegrad zugeordnet. An zweiter Stelle folgte Pflegegrad 3 mit rund 1,69 Millionen Personen.

Zusammengenommen entfielen damit etwa 70 % aller Pflegebedürftigen auf die Pflegegrade 2 und 3.

Pflegebedürftige nach Geschlecht

Auch bei der Geschlechterverteilung zeigen sich deutliche Unterschiede. Ende 2023 waren 61,1 % der Pflegebedürftigen weiblich. Männer machten entsprechend rund 38,9 % aus. (Statistisches Bundesamt)

Geschlecht Anteil an allen Pflegebedürftigen Rechnerische Größenordnung
Frauen 61,1 % rund 3,48 Mio.
Männer 38,9 % rund 2,21 Mio.
Insgesamt 100 % 5,69 Mio.

Die Zahl der Frauen ergibt sich aus dem in der Destatis-Tabelle ausgewiesenen Frauenanteil von 61,1 % und der Gesamtzahl von 5.688.473 Pflegebedürftigen. Die gerundeten Werte dienen der Veranschaulichung.

Warum sind mehr Frauen pflegebedürftig?

Der höhere Frauenanteil hängt insbesondere mit der Altersstruktur zusammen. Frauen haben im Durchschnitt eine höhere Lebenserwartung. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden, mit zunehmendem Alter deutlich an.

Destatis weist darauf hin, dass Ende 2023 78 % der Pflegebedürftigen mindestens 65 Jahre alt waren. Rund 34 % waren 85 Jahre oder älter. Bei den ab 90-Jährigen lag die Pflegequote bei 87 %. (Statistisches Bundesamt)

Entwicklung der Zahl der Pflegebedürftigen

Die Zahl der Pflegebedürftigen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Jahr Pflegebedürftige insgesamt
2017 3.414.378
2019 4.127.605
2021 4.961.146
2023 5.688.473

Quelle: Destatis, GENESIS-Online, Tabelle 22421-0002. (GENESIS-Online)

Zwischen 2021 und 2023 stieg die Zahl um rund 730.000 Personen beziehungsweise 15 %. Destatis weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass diese Entwicklung nicht ausschließlich mit der Alterung der Bevölkerung erklärt werden kann. Auch der seit 2017 geltende, weiter gefasste Pflegebedürftigkeitsbegriff beeinflusst die Statistik. (Statistisches Bundesamt)

Wie werden Pflegebedürftige versorgt?

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Statistik ist die Art der Versorgung. Ende 2023 wurden 4.888.882 Pflegebedürftige zu Hause versorgt. Das entspricht 85,9 % aller Pflegebedürftigen. Rund 800.000 Menschen wurden vollstationär in Pflegeheimen versorgt. (Statistisches Bundesamt)

Versorgungsart Pflegebedürftige 2023 Anteil
Zu Hause versorgt 4.888.882 85,9 %
Vollstationär im Pflegeheim 799.591 14,1 %
Insgesamt 5.688.473 100 %

Von den zu Hause versorgten Pflegebedürftigen wurden mehr als 3,1 Millionen ausschließlich durch Angehörige beziehungsweise über Pflegegeld versorgt. Weitere rund 1,1 Millionen Menschen wurden zusammen mit oder durch ambulante Pflege- und Betreuungsdienste versorgt. (Statistisches Bundesamt)

Pflegegrad 1 bis 5: Was bedeuten die Pflegegrade?

Die Pflegegrade bilden ab, wie stark die Selbstständigkeit beziehungsweise die Fähigkeiten einer Person beeinträchtigt sind.

Pflegegrad Einordnung
Pflegegrad 1 geringe Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit
Pflegegrad 2 erhebliche Beeinträchtigungen
Pflegegrad 3 schwere Beeinträchtigungen
Pflegegrad 4 schwerste Beeinträchtigungen
Pflegegrad 5 schwerste Beeinträchtigungen mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Die Einstufung erfolgt nicht allein anhand einer einzelnen Erkrankung, sondern anhand verschiedener Bereiche der Selbstständigkeit und Fähigkeiten.

Besonders zu beachten ist Pflegegrad 1: Hier gelten teilweise andere Leistungsregeln. Beispielsweise wird kein reguläres Pflegegeld gezahlt. Die Pflegestatistik weist deshalb Pflegegrad-1-Fälle teilweise gesondert aus. (Statistisches Bundesamt)

Gibt es 2026 bereits eine neue vollständige Pflegegrad-Statistik?

Für einen Blogbeitrag mit dem Titel „Pflegebedürftige Statistik 2026“ sollte diese Einschränkung ausdrücklich genannt werden. 2026 ist nicht automatisch das Jahr der zugrunde liegenden Statistik. Die derzeit von Destatis bereitgestellte Pflegestatistik für die Gesamtzahl nach Pflegegraden reicht bis zum Stichtag 31. Dezember 2023. Die GENESIS-Datenbank führt für diese Tabelle derzeit die Stichtage 2017, 2019, 2021 und 2023 auf. (GENESIS-Online)

Deshalb sollten Zahlen aus der Pflegestatistik 2023 nicht als tatsächlicher Bestand am 31. Dezember 2026 bezeichnet werden. Für 2026 können sie vielmehr als aktuell verfügbare vollständige Vergleichsbasis verwendet werden.

Pflegebedürftige Statistik 2026: Die wichtigsten Zahlen im Überblick

Die wichtigsten Kennzahlen lassen sich somit kompakt zusammenfassen:

  • Ende 2023 gab es 5.688.473 Pflegebedürftige in Deutschland.
  • 61,1 % der Pflegebedürftigen waren weiblich.
  • Mit 2.300.753 Personen war Pflegegrad 2 der häufigste Pflegegrad.
  • 1.686.286 Personen hatten Pflegegrad 3.
  • Pflegegrad 4 betraf 669.263 Menschen.
  • 244.252 Menschen waren Pflegegrad 5 zugeordnet.
  • Rund 86 % wurden zu Hause versorgt.
  • Rund 14 % wurden vollstationär in Pflegeheimen versorgt.
  • 78 % der Pflegebedürftigen waren mindestens 65 Jahre alt.
  • Rund 34 % waren mindestens 85 Jahre alt. (Statistisches Bundesamt)

Fazit

Die Statistik der Pflegebedürftigen zeigt für Deutschland eine kontinuierlich wachsende Zahl von Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf. Besonders häufig kommt Pflegegrad 2 vor, gefolgt von Pflegegrad 3. Gleichzeitig zeigt die Geschlechterverteilung einen deutlich höheren Anteil von Frauen.

Für 2026 ist bei der Interpretation jedoch entscheidend, das Statistikjahr 2023 von der aktuellen Betrachtung im Jahr 2026 zu unterscheiden. Die hier verwendeten Zahlen sind die derzeit verfügbare vollständige bundesweite Pflegestatistik von Destatis und eignen sich damit als wichtige Referenz für Entwicklungen im deutschen Pflegesystem. (GENESIS-Online)

Quellen und weiterführende Informationen

Nach oben scrollen