Sprossenwand bei Multipler Sklerose – Ist sie sinnvoll?

Die multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung des Zentralnervensystems, die vor allem jüngere Erwachsene betrifft und zu einer Vielzahl von körperlichen und neurologischen Symptomen führen kann. Zu den häufigsten Beschwerden gehören Müdigkeit, Muskelschwäche, Koordinationsstörungen und Schwierigkeiten bei der Bewegungsführung. In der Therapie von MS-Patienten spielen neben der medikamentösen Behandlung auch Bewegung, Physiotherapie und gezielte körperliche Aktivitäten eine wichtige Rolle. Eine Frage, die sich viele stellt, ist: Ist eine Sprossenwand bei Multipler Sklerose sinnvoll?

Die Sprossenwand ist ein Trainingsgerät, das aus einer senkrechten Holzwand mit horizontalen Stangen besteht. Sie wird traditionell in der Physiotherapie und im Sport zur Förderung der Beweglichkeit, Koordination und Muskelkraft eingesetzt. Doch wie wirkt sich dieses Gerät speziell auf MS-Patienten aus?

Hinweis: Bei diesem Beitrag handelt es sich nicht um eine fachmedizinische Beratung. Wir können Ihnen keine Heilversprechen vermitteln. Bitte konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen Ihren Arzt!

Vorteile der Sprossenwand bei Multipler Sklerose

  1. Förderung der Beweglichkeit und Flexibilität

Ein zentrales Ziel der Behandlung von MS ist die Erhaltung der Beweglichkeit der Gelenke und Muskeln. Die Sprossenwand ermöglicht eine Vielzahl von Dehn- und Streckübungen, die insbesondere für die Hüft- und Rückenregion von Vorteil sind. Bei MS können steife Muskeln und Gelenke aufgrund von Spastiken oder vermindertem Bewegungsausmaß auftreten, und hier kann das sanfte Dehnen durch die Sprossenwand eine wertvolle Unterstützung sein.

  1. Stärkung der Muskulatur

MS-Patienten leiden häufig unter Muskelschwäche, insbesondere in den Beinen und im Rumpf. Durch gezieltes Training an der Sprossenwand können die Rumpf- und Beckenmuskulatur gestärkt werden, was nicht nur das Gleichgewicht und die Koordination verbessert, sondern auch das allgemeine Körperbewusstsein fördert. Die Übungen an der Sprossenwand sind oft sanft und können individuell angepasst werden, sodass Patienten ohne Überforderung trainieren können.

  1. Verbesserung der Koordination

Die Koordination ist ein weiteres häufiges Problem bei MS, da die Nervenübertragung im Körper gestört sein kann. An der Sprossenwand können Übungen durchgeführt werden, die sowohl die grobmotorischen Fähigkeiten als auch die feinmotorische Koordination fördern. Gerade für MS-Patienten ist es wichtig, die Kontrolle über die Bewegungen des Körpers zu behalten. Hier kann das gezielte Training an der Sprossenwand helfen, das Zusammenspiel der Muskeln zu verbessern.

  1. Unterstützung bei der Aufrichtung und Haltung

Viele MS-Patienten kämpfen mit einer schlechten Haltung, die durch die Muskelschwäche und die häufige Neigung, in eine gebeugte Haltung zu fallen, verstärkt wird. Übungen an der Sprossenwand können helfen, die Aufrichtung des Körpers zu unterstützen und die Körperhaltung zu verbessern, indem sie die Rücken- und Nackenmuskulatur stärken. Eine bessere Haltung kann wiederum das allgemeine Wohlbefinden steigern und den Schmerz verringern.

Mögliche Risiken und Einschränkungen

Während die Sprossenwand viele Vorteile bietet, gibt es einige Punkte, die MS-Patienten berücksichtigen sollten:

  1. Anpassung an den individuellen Zustand

Die Ausprägung der multiplen Sklerose variiert von Person zu Person, weshalb es wichtig ist, dass die Übungen an der Sprossenwand an die individuellen Fähigkeiten und Einschränkungen des Patienten angepasst werden. MS-Patienten mit ausgeprägten Koordinationsstörungen oder Balanceproblemen müssen möglicherweise alternative Übungen wählen oder Unterstützung durch einen Therapeuten erhalten, um das Risiko von Stürzen zu minimieren.

  1. Vermeidung von Überanstrengung

MS-Patienten sind oft anfällig für Müdigkeit und Überanstrengung. Zu intensive Trainingseinheiten an der Sprossenwand können zu einer Überlastung führen und die Symptome verschlimmern. Daher ist es entscheidend, dass das Training in kurzen, kontrollierten Einheiten durchgeführt wird und Pausen eingelegt werden, wenn nötig.

  1. Spastik und Muskelverspannungen

Bei vielen MS-Patienten kommt es zu Spastiken oder Muskelverspannungen, besonders in den Beinen und im Rücken. Während die Sprossenwand hilfreich sein kann, um die Muskulatur zu dehnen und zu lockern, sollte auf die Intensität der Übungen geachtet werden, da zu viel Druck die Spastiken verschlimmern kann. Es ist ratsam, zunächst mit einem Physiotherapeuten zusammenzuarbeiten, um die geeigneten Übungen auszuwählen.

Sprossenwand im Rahmen einer Physiotherapie

Die Sprossenwand kann besonders im Kontext einer Physiotherapie sinnvoll eingesetzt werden. Physiotherapeuten können individuell abgestimmte Übungspläne erstellen, die sowohl die Verbesserung der Beweglichkeit als auch die Steigerung der Kraft und Koordination fördern. So können Patienten sicher und effektiv von der Nutzung der Sprossenwand profitieren, ohne sich zu überlasten.

Fazit: Sprossenwand bei Multipler Sklerose – Ja, aber mit Bedacht

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Sprossenwand bei multipler Sklerose durchaus sinnvoll sein kann, wenn sie gezielt und richtig eingesetzt wird. Sie fördert die Beweglichkeit, stärkt die Muskulatur und kann helfen, die Koordination und Körperhaltung zu verbessern. Allerdings sollte das Training immer auf den individuellen Zustand des Patienten abgestimmt und unter Anleitung eines erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden, um das Risiko von Überanstrengung oder Verletzungen zu minimieren. Gerade bei fortgeschrittener MS sind angepasste Übungen und die richtige Technik von großer Bedeutung. Ein interdisziplinärer Ansatz, der sowohl Physiotherapie als auch gezielte Trainingseinheiten umfasst, kann den größten Nutzen bringen.

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