Armut Statistik Deutschland – Stand 2024/2025

Armut ist in Deutschland ein zentrales soziales Thema: Trotz einer relativ starken Wirtschaft ist ein erheblicher Teil der Bevölkerung von Armutsrisiken oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Die Zahlen zeigen, dass Armut nicht nur „abstrakt“ existiert, sondern reale Auswirkungen auf viele Menschen hat.


Wie wird Armut definiert?

Statistisch gilt eine Person als armutsgefährdet, wenn das verfügbare Einkommen weniger als 60 % des mittleren Nettoäquivalenzeinkommens beträgt. Dieses Maß berücksichtigt Einkommen sowie Haushaltsgröße und -struktur. (Destatis)

Beispiele für Armutsgrenzen 2024:

  • Alleinlebende: knapp unter 1 380 € netto pro Monat
  • Paar mit zwei Kindern (unter 14 Jahren): rund 2 890 € netto pro Monat (Destatis)

Zentrale Zahlen zu Armut in Deutschland

Menschen armutsgefährdet

Im Jahr 2024 waren rund 15,5 % der Bevölkerung armutsgefährdet – das entspricht etwa 13,1 Millionen Menschen. (Destatis)

Armutsgefährdung oder sozialer Ausgrenzung

Addiert man auch materielle und soziale Entbehrung sowie sehr geringe Erwerbsbeteiligung, sind es etwa 20,9 % der Bevölkerung bzw. 17,6 Millionen Menschen, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind. (Destatis)

Das bedeutet: mehr als jeder fünfte Mensch in Deutschland ist statistisch von Armut oder Ausgrenzung betroffen.


Besondere Gruppen mit hohem Armutsrisiko

Kinder und Jugendliche

Statistiken zeigen, dass rund jedes siebte Kind (ca. 15,2 %) in Deutschland armutsgefährdet ist. Das sind etwa 2,2 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. (Anadolu Ajansı)

Senioren

Ältere Menschen sind ebenfalls stärker gefährdet: Laut Berichten liegt die Armutsgefährdungsquote bei über 65-Jährigen oft über dem Durchschnitt. (Reddit)

Erwerbstätige

Auch Erwerbstätige sind nicht vor Armut geschützt – sogenannte Working Poor, also Beschäftigte mit Einkommen unter dem Armutsrisiko, machen einen signifikanten Anteil der Betroffenen aus. (World Socialist Web Site)


Trends und Entwicklung

Anstieg der Armutsgefährdung

Berichte deuten darauf hin, dass die Armutsgefährdungsquote in Deutschland in den letzten Jahren leicht gestiegen ist, u. a. bedingt durch Inflation, steigende Lebenshaltungskosten und wachsende Wohnkosten. (Anadolu Ajansı)

Wohnkosten als Belastungsfaktor

Ein zentraler Treiber für steigende Armutsrisiken sind hohe Miet- und Wohnkosten, die viele Haushalte stark belasten. (Anadolu Ajansı)

Langfristige Entwicklung

Über längere Zeiträume bleibt die Armutsquote relativ stabil auf hohem Niveau, auch wenn sie je nach Wirtschaftslage und Sozialpolitik variiert. (Destatis)


Weitere Aspekte der Armut

Materielle und soziale Entbehrung

Neben geringem Einkommen betrifft Armut auch materielle und soziale Entbehrungen – z. B. den Mangel an grundlegenden Konsumgütern oder gesellschaftlicher Teilhabe. (Destatis)

Bedarf an Hilfsangeboten

Soziale Einrichtungen wie Tafeln verzeichnen wachsende Nachfrage: Viele Menschen sind ergänzend auf Lebensmittelhilfen angewiesen, was die gesellschaftliche Notwendigkeit zusätzlicher Unterstützung verdeutlicht. (BILD)


Fazit

  • Etwa 15,5 % der Menschen in Deutschland gelten als armutsgefährdet.
  • Rund 21 % sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen – das sind über 17 Millionen Menschen.
  • Kinder, Alleinerziehende, ältere Menschen und Menschen mit niedrigen Einkommen sind besonders gefährdet. (Destatis)

Deutschland zählt trotz wirtschaftlicher Stärke weiterhin zu den Industrieländern mit einem relativ hohen relativen Armutsrisiko, was soziale, wirtschaftliche und politische Herausforderungen aufzeigt.


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